Rezension: Web 2.0

Wenn es derzeit ein Thema gibt, um das es in der Informationstechnik kein Herumkommen gibt, dann ist das Web 2.0. Der gleichnamige Sammelband aus der Reihe „HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik“ setzt sich intensiv mit den unterschiedlichsten Fassetten der revolutionären Neuerfindung des Webs auseinander. Leider sind die Beiträge von Web 2.0 nicht durchgehend auf gewohntem Niveau der HMD-Reihe und bringen für erfahrene Web-User leider keine revolutionär neuen Einblicke in das Web 2.0.

Web 2.0 startet mit einem einleitenden Beitrag der Mitherausgeberin Astrid Beck, in dem sie die grundlegenden Paradigmen, Technologien und Anwendungen des Web 2.0 erklärt. Wer bereits weiß, dass ein Blog kein Schreibutensil ist, kann diesen Part getrost überspringen, da die Autorin in ihrem Artikel nur die rudimentärsten Konzepte erklärt. Weit spannender sind die zwei folgenden Beiträge, die sich vor allem mit den wirtschaftlichen und ökonomischen Gesichtspunkten des Web 2.0 auseinander setzen. Eher eine Enttäuschung sind einige der nachkommenden technik- und praxisorientierten Beiträge zur Thematik rund um AJAX und Mashups. Die Beiträge sind zwar korrekt abgefasst und erfüllen ihren Zweck als praxisnahe Gegenstücke zu den zuvor geschaffenen theoretischen Grundlagen, jedoch wirken sie in Gesellschaft der restlichen Fachartikel eher deplatziert, da sie nicht denselben formalen Kriterien entsprechen. Abgerundet wird das Buch durch zwei weitere Beiträge, die sich mit der Entwicklung von Web-2.0-Diensten sowie der Nutzung derselben für das innerbetriebliche Informationsmanagement auseinandersetzen. Vielleicht bewusst an das Ende des Buchen gesetzt stellen sie ein Highlight dar, da sie konkrete Beispiele des Web 2.0 darstellen.

AJAX und Long Tail

Allen Beiträgen ist gemeinsam, dass in ihnen mindestens fünfmal die Begriffe AJAX, Long Tail oder eines der andern Buzzwords vorkommen, die das Web 2.0 ausmachen. Leider ist dieser exzessive Umgang mit den Begriffen alles andere als angenehm für den Leser, ganz besonders wenn er erst vor einigen Seiten erfahren hat, was sie eigentlich bedeuten.

Revolutionär?
Das Web 2.0 mag revolutionär sein, leider ist es das gleichnamige Buch nicht. Zu sehr kratzen die Beiträge teilweise nur an der Oberfläche und bringen für versierte Kenner nur vereinzelt echte Erkenntnisse ans Tageslicht. Spannende Einsichten erlauben vor allem die beiden Beiträge über die Auswirkung auf Geschäftsmodelle und unternehmerische Wertschöpfung sowie die Artikel über den Entwicklungszyklus von Web-2.0-Diensten und deren Nutzung für ein agiles Informationsmanagement. Leider wird diese punktuelle Spannung nicht im gesamten Buch aufrechterhalten.

Fazit
Web 2.0 hat seine Licht- und Schattenseiten, die sich jedoch im Gesamtkonstrukt die Waage halten. Einzelne Beiträge bestechen durch die kompetente Aufbereitung und inhaltliche Qualität, wobei andere sich wiederum nicht perfekt in das Bild vom Sammelband wissenschaftlicher Fachartikel einfügen. Vor allem Web-2.0-Neulinge werden eine gute Einführung in die Thematik vorfinden.

Infos
r136dpunkt_web20.jpg
Titel: Web 2.0
Herausgeber: Astrid Beck, Michael Mörike und Heinz Sauerburger
Verlag: Dpunkt (1. Auflage, Juni 2007 / dpunkt.de)
Umfang: 128 Seiten
ISBN-10: 3-89864-453-7
ISBN-13: 978-3-89864-453-2
Preis: 23,50 Euro

It's only fair to share...Share on Google+Share on LinkedInTweet about this on TwitterShare on FacebookEmail this to someonePrint this page

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.